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Reichtum und PolitikWie die Macht des Geldes die amerikanische Demokratie unterhöhlt Die Reichtumskonzentration in den USA wächst stetig, und mit ihr die Kluft zwischen Arm und Reich. Kevin Phillips zeichnet die politische und ökonomische Geschichte des amerikanischen Reichtums nach und zeigt, dass die USA ihren Zenith als Weltwirtschaftsmacht überschritten haben. Seit dem 19. Jahrhundert gelten die Vereinigten Staaten als das Land der unbegrenzten Möglichkeiten. Zuletzt verwirklichte der Softwareunternehmer Bill Gates den amerikanischen Traum des Aufstiegs vom Tellerwäscher zum Millionär. Doch die Verwirklichung dieses Traumes bleibt einer kleinen Elite vorbehalten – die Reichtums- und Einkommenskonzentrationen in den USA wachsen stetig. Zwischen 1979 und 1989 verdoppelte sich nahezu der Anteil des obersten Prozents der Bevölkerung am Volksvermögen von 22 auf 39 Prozent. Schätzungen zufolge waren 70 Prozent aller Einkommenszuwächse seit Mitte der 70er Jahre an dieses oberste Prozent gegangen. Kevin Phillips schildert, wie – angefangen mit den Rockefellers – die großen Vermögen in den USA entstanden sind und deckt dabei die enge Verbindung zwischen Reichtum und Politik auf. Er sieht eine Form der Korruption am Werk, die nicht auf Bestechungen beruht, sondern auf der kulturellen Wertschätzung von Vermögen und finanzieller Macht. Das daraus abgeleitete politisch-ökonomische System steht im Zeichen freien Unternehmertums und nationaler Sicherheit. Phillips bezeichnet die USA provozierend als Plutokratie, in der die Regierung die Interessen der Reichen schützt. Neben dieser kritischen Analyse der amerikanischen Gegenwart wagt Phillips zugleich eine Prognose für die Zukunft: Die Vereinigten Staaten werden ihre führende Position in der Weltwirtschaft nicht mehr lange halten können. Phillips stützt diese These am historischen Beispiel der drei alten Mächte Spanien, Niederlande und Großbritannien. Beide Thesen – die USA als Plutokratie und als Wirtschaftsmacht, die ihre besten Tage hinter sich hat – haben in Amerika heftige Kontroversen ausgelöst und bieten auch aus deutscher Sicht ungeahnten Zündstoff. |
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